| Über Kasen und Genen » |
Und immer wieder Afrika...
Zur Zeit spielen sich weniger die kleinen, lustigen Dinge ab, sondern vielmehr sehr viele sehr traurige, tragische Begebenheiten: Der Terroranschlag von Oslo und Utoya. Der Tod von Amy Winehouse. Die neuerlichen Demonstrationen in der arabischen Welt. Und…fast vergessen…die Hungersnot in Somalia. Nein, das ist kein Platitüden-Beitrag, der daran erinnern soll, wie wenige sich erinnern. Sondern eher Ausdruck meines eigenen Unglaubens, dass die internationale Gemeinschaft kein Mittel gegen diese islamischen Milizen und den Hunger in der Welt findet.
Fortsetzung:
Finanzkrise, Schuldenkrise, Eurokrise…man darf sich fragen, ob das Geld, das verpulvert wird und verpulvert wurde wirklich so gut angelegt ist, nicht besser in “human ressources” angelegt worden wäre…Doch die Konservativen sagen, mit einem Hauch von Berechtigung: Möchtest Du auf den Status der Industrienation verzichten, das heisst Deinen eigenen Komfort aufgeben? In der Tat eine schwierige Frage, die bei jedem selbst anfängt und weit komplizierter ist als eine Spende an den UNHCR und seinen Apparat.
Am Allermeisten stört mich dieser Tage jedoch, wie die katholische Kirche Deutschlands mit Geld um sich wirft, in der blinden Gier nach mehr Gläubigen, mehr Macht, mehr Einfluss. Da werden Millionenbeträge bewegt, um dem Papst in Freiburg einen netten Empfang zu bereiten oder einen Diözesantag zu begehen.
Wer nun behauptet, man müsse auch in Deutschland feiern dürfen und das Geld wäre gut angelegt, weil es der Region von Nutzen sei, der hat immer noch nicht gelernt über den eigenen Tellerrand zu blicken. Ich bitte um Verzeihung, wenn ich, obgleich Katholik, lieber den Papst in Rom wüsste und 15 Millionen in Somalia und anderen Orten als andersherum.
Schliesslich stellt sich mir durch Somalia u.a. Notlagen die finale Frage: Ist der Mensch wirklich ein Gemeinschaftswesen oder doch einer der brutalsten Egoisten, die nur nach sich selbst schauen? Diese Frage soll moralisch erst einmal überhaupt nicht bewertet werden. Es fällt mir dann nur schwer, noch an den Menschen an sich zu glauben, bzw. andere moralisch zu verurteilen (die etwas in MEINEN Augen schlechtes tun…schliesslich sind es SEINE Augen), sollte sich herausstellen, dass jeder nur sich selbst der Nächste ist, bis zum Schluss (Bertold Brechts Tell….). Heisst also: Der Terrorist von Norwegen wäre moralisch genau so wenig bewertbar wie der Präsident XY, der sein Geld lieber hortet als es in Krisengebieten einzusetzen (ich habe vor allem die Nation mit gelben Sternen auf rotem Grund im Hinterkopf).
Keine einfache Frage, wie man sich der Hungersnot stellt. Klar sollte eigentlich nur eines sein: Das wir so etwas nicht nötig haben. Menschen, die verhungern. Das ist für den Christen, den Muslim und den Juden genau so wenig hinnehmbar wie für den aufgeklärten Menschen. Nur scheint es davon immer weniger Menschen zu geben. Leider. Ich werde die Situation beobachten. Bin mal gespannt, wer noch. Wann die Geschichte wieder aus der Tagesschau, dem heute Journal, aus den Zeitungen verschwunden ist. Nachhaltigkeit läuft anders! Es kann nicht sein, dass Grüne Politiker hier in Deutschland nicht nur versuchen den Regenwald zu retten (da bin ich ja noch voll mit dabei), sondern auch noch den Badesee von Niedereschach-Fischbach, weil da ein XY-Vogel nistet, für den Hunderttausende ausgegeben werden, während in Afrika unhinnehmbare Zustände herrschen. Ich weiss, das ist in gewisser Hinsicht eine Güterabwägung. Aber was ist uns wichtiger? Der Mitmensch oder das Geld, das wir auf dessen Kosten in der Hand halten?
Wie gesagt, die Antwort fällt sehr, sehr schwer…