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Über Kasen und Genen
Jaja, ein Aufschrei des Wohlwollens ging durch die Gemeinde deutscher Sprachschützer, als Bastian Sick sein erstes Buch “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod” veröffentlichte. Mittlerweile haben alle Fanatiker der Reinheit der deutschen Sprache (eine grenzwertige Formulierung, ich weiss…) gesehen: mit diesem Thema kann man viel Geld verdienen, aber kaum etwas wesentliches erreichen. Die meisten reden halt doch so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.
Fortsetzung:
An und für sich nichts schlechtes. Nur will es mir nicht einleuchten, warum Gendergerechte Sprache an der Universität so gefördert wird, während Dativ und Genitiv ein Dasein fristen, das einen eher an Flüchtlinge erinnert.
Liebe Feministinnen und Gender-Studies-Draufgänger: Das ist kein Weckruf an die chauvinistische Gemeinde dem Gender das Licht auszuschalten! Die Frage ist nur: Bezweckt man etwas mit dieser Gender-Schiene oder regt sie nicht bereits jeden auf, der einigermassen vernünftig durch die Gegend läuft? Wird es am Ende vielleicht nicht sogar so sein wie mit Bastian Sick? Im Ernst: Wer will schon als Quotenfrau in einem Aufsichtsrat sitzen? Ich würde gewiss nicht als Quotenmann in einem Aufsichtsrat sitzen wollen. “Haha” sagen die Feministinnen, Du schaffst das ja eh, weil Du Mann bist. Weit gefehlt, weil ich von Betriebs- und Volkswirtschaft so viel Ahnung habe wie ein Eichhörnchen vom Eier legen.
Es wäre in der Tat einmal eine ehrliche Umfrage unter der Bevölkerung wert, wer sich über den en/innen-Quark bereits alles aufregt. Ich behaupte: die meisten.
Die Zahl dürfte genau so hoch sein wie die, wenn man im Nordbadischen jeden Menschen verbessert, der ungleiche Vergleiche mit “wie” macht. Dazugesagt sei: selbst dem deutschen Autorenfürsten Goethe war das vollkommen Banane…also wozu die ganze Aufregung?
Die eine kann ich verstehen, denn die distinkte Unterscheidung zwischen Fällen sorgt zum Beispiel dazu, das einem einigermassen gut sprechenden deutschen die Erlernung des Englischen viel leichter fällt, weil englisch keine flektierende Sprache ist. (Was nicht heissen soll, englisch wäre “niveaulos” oder einfach…man sollte mal Shakespeare lesen…)
Oder dass Deutschland ein Land der Dichter und Denker war, weil eine Ausdifferenzierung von Sprache dafür sorgt, besser über Leben, Tod und alles andere nachdenken zu könnnen (siehe zum Beispiel auch am Vorrang der Griechen vor den Römern in Bezug auf Philosophie etc.). Andererseits kann man mit einer eher technisch angelegten Sprache besser Verwaltung und - haha - technisches Denken fördern (siehe den Vorrang der Römer vor den Griechen in Bezug auf Erfindungen, Technik, Verwaltung etc.).
Die Einteilung in männlich/weiblich/neutral verläuft da im Deutschen bisweilen eher kontraintuitiv (Beispiel: Der Mond, sonst feminin in indogermanischen Sprachen) und ist gesetzt aus vielerlei Gründen.
Im Englischen gibt es gar keine Unterscheidung im Artikel zwischen männlich und weiblich. Will man dahin? Oder will man den Graben zwischen maskulinem und femininem vergrössern? Das kann aber nur in die Hose gehen. Meiner Meinung nach. Es gibt mit Sicherheit genug Menschen die anderer Meinung sind, aber ich glaube, ich habe gute Gründe für meine Ansicht. Anfragen bitte im Kommentar. Und nochmals: Ich habe nichts gegen Frauen und nichts gegen Feministen/innen. Aber bitte mit Sinn, Verstand und Ziel…Bitte, bitte bitte!
2 Kommentare
Quote ist ein zweischneidiges Schwert. Es ist das letzte Mittel, wenn die freiwillige Selbstverpflichtung nicht funktioniert. Frauenquote soll einen Kulturwechsel herbeiführen, weil es leider anders nicht funktionierte.
Das ist aber eine Errungenschaft der Gleichberechtigung und der Feminismus hat dazu den Anstoß gegeben.
Feminismus ist eine Lobby. Genauso, wie es Parteien oder Gewerkschaften sind. Das heißt, sie streiten für ihre Vorstellung der Welt und das muss nicht unbedingt etwas mit Wohl der Anderen zu tun haben.
Sobald in unserer Kultur das Denken frei von geschlechtlichen Unterschieden ist, kann auf die ausdrückliche Benennung verzichtet werden.
Ob das jemals passieren wird, weiß ich nicht, den solange es scheinbar humorvolle Phrasen, Bücher und willige Abnehmer für den Unterschied zwischen Mann und Frau gibt, sind wir keinen Schritt weiter gekommen.
Eine ganz andere Frage aber ist es, ob es jemals gelingen wird, oder ob es überhaupt sinnvoll und möglich ist, die Unterschiede "verschwinden" zu lassen.
Es gibt, darauf wollte ich hinaus, zwei unterschiedliche Bestimmungen in der Sprache: Die einen sind prädikativ gesetzt, zum Teil eben auch kontraintuitiv. Aber das ist eben so. Das soll,muss,darf man nicht persönlich nehmen. Das andere - dagegen wehre ich mich auch - sind in neuester Zeit aufgetretene, bewusste Chauvinismen. Diese müsste man eigentlich bekämpfen und sich nicht darüber aufregen, dass es im Deutschen nun einmal das generische Maskulinum gibt. Aber es existiert auch das generische Femininum, ohne dass ich mich jetzt nicht angesprochen fühlte, wenn man von mir als "die Person xy" sprechen würde.
Aufhebung der Geschlechterdifferenz hin oder her, hier wird in Sprache eingegriffen! Und zwar dort, wo Sprache eben NICHT different denkt, sondern prädikativ.
Man bezweckt mit diesen Dingen nichts, weil man die falsche Wurzel angeht! Dann doch lieber den sogenannten Comedians und Sprachverunstaltern den Mund verbieten, die die von Dir angesprochenen halbseidenen Witze auf Kosten anderer machen.
Der Unterschied zwischen Mann und Frau wird schwer zu überwinden sein, was ist überhaupt dieser Unterschied? Geht es um die unterschiedliche Person? Um biologische Differenzen? Oder nur um Sprache? Ich hätte gerne diese Frage einmal endgültig geklärt von so manchem Forscher...