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Autor: Dem Condor Collektiv
Jedermann denkt sofort an den mysteriösen Schneemenschen im Himalaja. Doch weit gefehlt, so einfach ist diese Frage nicht zu beantworten. Sie werden staunen, welche Wendung dieses Thema nimmt.
Aber, beginnen wir der Reihe nach uns an die Lösung der Frage heran zu tasten. Wir schreiben das Jahr 1992. Ich hatte meinen Onkel mit seinen 77. Jahren dazu begeistert, eine Reise mit mir durch Indien, genauer gesagt durch Rajasthan zu unternehmen. Zugegeben, eine interessante und viel versprechende Tour durch alte Königreiche in denen früher Moguln und Maharadschas regiert haben. Herrscherdynastien, deren Stammbäume weit in das Dunkel der Vergangenheit reichen. Das Standesbewusstsein dieser Herrschaften war so ausgeprägt, dass sie das englische Königshaus, also die damaligen Kolonialherren als unstandesgemäße Emporkömmlinge betrachteten, die ihrer Anwesenheit unwürdig waren.
Auf dieser Reise besuchten wir auch das weltberühmte Tadj Mahal in Agra und hier spielte sich unsere Geschichte als wahre Begebenheit ab.
Fortsetzung:
Wir waren mit unserer großen Reisegruppe und unserem Reiseleiter in den Gärten rund um das Tadj Mahal unterwegs. Es waren an diesem Tag sehr viele Touristen aus aller Herren Länder im Bereich dieses Mausoleums unterwegs, so dass wir einige Personen aus unserer Reisegruppe verloren hatten. Unter anderem auch meinen Onkel. Nach langem Suchen fanden wir schließlich alle Personen wieder mit Ausnahme meines Onkels Eugen. Nun war guter Rat teuer, weil unser Bus in Richtung unseres Hotels abfahren wollte und die Gärten und das Tadj Mahal – es war bereits Abend geworden – geschlossen werden sollte. Was konnte ich tun um meinen Onkel zu finden, der sich mangels englischer Sprachkenntnisse nirgends verständigen konnte. Nachdem ich lange gesucht hatte, ging ich letztlich zur Polizeiwache am Eingang des Gartens und schilderte mein Problem. Der wachhabende Offizier zeigte Verständnis und erklärte sofort seine Hilfsbereitschaft bei der Suche nach meinem Onkel zu helfen. Unmittelbar stellte er einen Trupp Polizisten bereit und ich sollte ihnen den Namen meines Onkels nennen, den sie nun in dem Gelände rufen sollten. Aber hier begannen die Schwierigkeiten mit der Aussprache, denn die Polizisten konnten weder seinen Vor- noch seinen Familiennamen aussprechen und somit auch nicht ausrufen. Was konnte ich tun.
Da erinnerte ich mich an folgende Begebenheit: Mein Onkel der auch mein Pate war, wird in unserem alemannischen Dialekt Götti genannt. Unsere Freunde aus Westfalen hatten mit unserem Dialekt jedoch einige Schwierigkeiten zu meistern und so wurde in ihrer Ausdrucksweise das alemannische Götti einfach zu dem ähnlich klingendenYeti verändert. Um es kurz zu machen, als ich auf der Polizeiwache das Wort Yeti als Rufnahme erwähnte, bemerkte ich plötzlich das Leuchten in den Augen des Polizeitrupps und mit Elan und geschultertem Gewehr schwärmten die Polizisten durch das Gelände des Tadj Mahals und riefen laut nach dem Yeti.
Abschließend bleibt nur noch zu erwähnen: selbst mit vereinten Kräften haben wir Onkel Yeti im Park nicht gefunden. Er war mit einem falschen Bus, mit total fremden Leuten in ein falsches Hotel gefahren – aber das ist eine andere Geschichte.